Kanton Glarus

Heim für schwachsinnige Kinder Haltli Mollis - Mutter

Kinderheim Bergfrieden  und Flueblüemli  vielleicht im Heim Elmer und bei einer  Familie privat zuhause - Ich

In nächster Zeit kommt eine kurze Zusammenfassung hier oben hinzu, um das ganze ein bisschen besser nachzuvollziehen.

So begann hier meine suche nach Antworten.
Meine Mutter kam als Kind und ich viele Jahre danach, in diesen Kanton Glarus.

Hier einer meiner vielen Anfrage auf der Suche nach Antworten, die ich damals mit der Schreibmaschine, Briefpapier und per Post versendete. Mit all meinen Schreibfehlern.

Anfrage am 7.12.1996 an die Gemeindeverwaltung Mollis GL

In welcher Zeit meine Mutter im Haltli in Mollis war? 

Antwort 8.1.1997 von der Gemeinde in Mollis

Auf Ihre Anfrage betreffend Aufenthalt Ihrer Mutter in Mollis haben wir in den Archivaren der Einwohnerkontrolle keine Angaben gefunden. Aus Ihrem Schreiben geht nicht hervor, ob ihre Mutter als Angestellte oder als Heiminsassin im Sonderschulheim Haltli anwesend war. Die Heiminsassen wurden in Mollis nicht angemeldet, im Gegensatz zu den Angestellten. 

Im Brief wurde dieser Namen der Institutionen von damals mit einem anderen Namen verharmlost:
Sie nannten es Sonderschulheim, anstatt Heim für schwachsinnige Kinder. Wie man beim dieser Jahresrechnung 1960 den ich von der Advokatur Langlotz September 2014 bekam, sieht.
(Anlaufstelle, zusammen mit dem Staatsarchiv im Kanton Glarus für Betroffene Opfer) 

Ich fragte meine Tante einmal danach. Daher weiss ich, dass meine Mutter mit 12/13 Jahren. 1956/57 - 1960/61 vielleicht noch 1 - 2 Jahre länger, dorthin kam. Ein "Gspändli" das mit Ihr dort war, sagte mir: Die meisten gingen mit 16 Jahren weg, einige blieben jedoch, bis Sie 18 waren.

Haltli - Mollis
Glarnerische Erziehungsanstalt für schwaschsinnige Kinder

Bei meiner Mutter begann es als Sie 12/13 Jahre alt war. Ihre Mutter, meine Grossmutter erzählte, sie kam einfach nicht mehr zu Recht mit ihr. Sie verhielt sich anders, war komisch, sehr auffällig. Sie hatte sie einfach nicht mehr im Griff. Keiner in der Gemeinde wollte meine Mutter zu sich aufnehmen. So wie sie es mit der anderen Tochter machte. Daher ging meine Grossmutter, ihre Mutter auf das Gemeindeamt und bat um Hilfe. Hat aber, so erzählte sie immer wieder nie irgendetwas Unterschrieben. Also kam meine Mutter ins Haltli in Mollis GL ca. 1956/57 bis 1960/62 weit weg von Zuhause. Bei meinen Nachforschung konnte ich mit einem "Heimgspändli" das mit Ihr im Haltli war reden. Er fragte mich: Ob Sie schon vorher Missbraucht wurde da sie im Haltli auch sexuell missbraucht wurde. Es hat viele solche Vorfälle gegeben. Die meisten Kinder dort waren auch nie schwachsinnig. Dazu sagte mir meine Mutter, sie hätte schon 2 - 3 Abtreibungen hinter sich. Also liegt es auf der Hand, dass Sie in Goldau sexuell missbraucht wurde und Ihr niemand glaubte. Aus Scham und Schande was Sie der Familie angetan hat, wurde Sie versorgt. Oder der Missbrauch war in der Familie und man wollte alles vertuschen. Grossvater war ein sehr stolzer Mann. Eingeständnisse zu machen, was er auch bei meinem italienischen Vater nicht wollte, sieht ihm sehr ähnlich. Ich weiß auch, dass er viel Alkohol getrunken hat. Sehr oft zu viel.

Haltli in Mollis Glarnerische Erziehungsanstalt für schwaschsinnige Kinder

Haltli in Mollis


Glarnerische Erziehungsanstalt für schwaschsinnige Kinder in Mollis.

Meine Mutter wurde auch viel geschlagen. Dies erzählte Sie einmal dem neuen Haimleiter im Lutisbach und er schrieb es in meinen Heim Bericht den ich habe, hinein.

1960 er Jahresrechnung "Haltli"
Herkunftsbezeichnung
Die Sonderschulen im Kanton Glarus
Autor(en). Brauchli, J.
Objekttyp: Article
Zeitschrift: Fachblatt für schweizerisches Heimwesen = Revue suisse des établissements hospitaliers
Band (Jahr), 49 (1978) Heft 4
PDF erstellt am: 30.11.2020
Persistenter Link: http://doi.org/10.5169/seals-809716

Braunwald

Ich musste zwischen 1967 und 1970 dorthin.

Da wurde ich von vielen mir fremden Personen  über eine lange Zeit immer wieder in diesen Kinderheimen und in einer Privatfamilie in Braunwald GL zwischen 1967 - 1970 an Wochenenden und in die Ferien gebracht. Obwohl keine Akten mehr vorhanden sind. Beweise im Heimbericht, Postkarte und meine Erinnerungen gibt es genug. Dass ich sexuell Missbraucht wurde, leider auch. Ich weiss, wer mein Täter war, ein Pfarrer von dort. Warum ich so viele Male in diesen drei Heimen und in einer Privatfamilie mussten, bleibt mir bis heute ein Rätsel.

Kinderheim Bergfrieden 

Die Schwesternschaft der Braunwald - Diakonissen wurde 2001 aufgelöst. 20 Diakonissen zogen von Braunwald nach Zollikerberg und schlossen sich der Neumünster an, die zu unserer Stiftung gehört. Drei Diakonissen erinnerten sich zum Teil an Lily Haller und Hanni Richner, vom Kinderheim Lutisbach. Ich hoffe, wir finden im Archiv noch Unterlagen aus dem Haus Flueblüemli, und werde dann weiter nach Ihrem Namen suchen und Sie benachrichtigen. Leider war diese suche erfolglos.

Kinderheim Flueblüemli
Ende 1928 begann die erste Wintersaison. Der Betrieb der BrB in der kalten Jahreszeit wurde eingeführt und das Eisfeld eröffnet. 1941 gab es den ersten Transport durch den Skilift Hotel „Niederschlacht“– Bödeli. Die Gemeinde umfasste damals bereits 327 Personen. Im selben Jahr erfolgte die Gründung der Diakonischen Schwesternschaft Braunwalds, die bis zum Jahr 2000 das Erholungshaus „Bergfrieden“ und das Kinderhaus „Flueblüemli“ führte sowie die „freie Schule“ Braunwald trug. Auch hier fanden Sie keine Akten mehr.
Das Heim Elmer könne gut möglich sein, dass ich auch dort war.

In einem dieser Häuser, ein Zimmer das vier oder fünf Kinderbett hatte. Es ist dunkel, ich muss unbedingt auf die Toilette, mache fast in die Hosen. Ich weine und weine … ich schreie … wo ist das Licht … ich finde die Türe nicht. Taste mich an einer Wand ab, stehe auf etwas Weichem … ich bin verzweifelt … ich weine fürchterlich. Dann macht ein anderes Kind den Lichtschalter an. Ich stehe neben der Türe in einem remden Bettchen eins anderes Kind, das schläft.

Ich erinnere mich auch noch: Das in einem dieser Häuser mir das Bügeleisen auf den Kopf fiel, da ich direkt unter dem Bügelbrett spielte.

Woran ich mich noch erinnern kann: Auf diesen Waschmittelboxen befanden sich Figuren von Maga und Floris. Ich habe sie mit einer Schere ausgeschnitten und gesammelt.

In diesem Kinderheim Lutisbach war ich gerade einmal 32 Tage. Es kam jedoch für die Heimtanten nicht in Frage, mich zu Frau R. meiner letzten Pflegefamilie in Menziken in die Ferien zu geben, bei denen ich zuvor etwa 7 Monate lang war. Also musste ich über drei Jahre immer wieder auf Braunwald in andere Kinderheime und in eine Privatfamilie.

Auszug aus dem Heimbericht

20.6.1967  Telefon von Frau R. frühere Pflegemutter von Manuela. Sie wollte sie in die Ferien nehmen. Es ist aber besser, wenn sie zu Frl. Ursula nach Braunwald gehen kann.

2.7.1967  Manuela hatte keinen Besuch und durfte mit Frl. Heidy ins Ferienhaus fahren.

26.7.1967  Wir nahmen Frl. Ursula und Manuela im Auto mit ... nochmals auf Braunwald. Mit dem Ferienhaus waren die Kinderheime Bergfrieden & Flueblüemli gemeint. 

Diese Ferienhäuser waren Kinderheime für Kinder die von den Behörden in den Urlaub dorthin geschickt wurden. Ich kam aus einem Kinderheim in andere Kinderheime und eine Famileie privat nach Braunwald.

Das finde ich sehr schräg und kann dies bis heute nicht nachvollziehen.

Meine Vermutung warum ich nach Braunwald musste wäre, dass viele Kinder wegen der Tuberkulose nach Oberägeri zur Erholung mussten und es im Lutisbach zu dieser Zeit zu wenig Betten gab.

Diese Dokumente über die Kinderheime Bergfrieden und Flueblüemli und Heim Elmer, habe ich vom Staatsarchiv Glarus bekommen.

Daduch wurde mir vieles klar. Gewisse Personen Namen auch in diesen Dokumenten vorkamen, die im Kinderheim Bericht Lutisbach auch stehen. Dazu meinen Erinnerungen und Alpträume.

Drei Kinderheime

Kinderheime Flueblüemli Heim Elmer (ein drittes Kinderheim kommt dazu, ob ich dort auch war ist gut möglich)
Das Kinderheim Bergfrieden wird in diesen Dokumenten die ich bekam auch erwähnt. 

8. / 10.Oktober 1968 Alle diese Auszüge aus den Dokumenten hier, haben das Datum 8. und 10. Oktober 1968 

Kinder: Das Heim nimmt nicht Dauergäste, sondern nur Kinder von 3 - 12 Jahren zu Erholungs und Ferienaufenthalten auf.  So sind denn die Versorger nicht die Behörden, sondern meinst die Eltern selber.  Das Haus zählt 15 Plätze. Da es im Spätherbst geschlossen wird, beherbergte es am Besuchstag nur noch ein einziges Kind.

Kinder:  Das Heim beherbergt in der Regel 18 Kinder und ist immer voll besetzt. Diese werden von Fürsorge -und Vormundschaftsbehörden, selten von Privaten. Ihr Aufenthalt dauert meistens mehrere Jahre …. von Privaten werden auch Kinder bloss für die Ferienzeit ins Heim verbracht.

Haus:  Wie wir bereits in unserem Bericht vom 19. Januar 1967 mitteilten, ist das einem Verwandten der Heimleiterin gehörenden Haus nicht speziell als Kinderheim eingerichtet. Aller Voraussicht nach wird es bis in einem Jahr geschlossen und nicht mehr als Heim weiter geführt werden. 

Beschluss:  Vormerknahme  Auszug an:  ...  Diakonische Schwesterngemeinschaft und Haus Bergfrieden, Braunwald 

Das Haus

Zählt fünf Kinderzimmer mit je 3 - 5 Betten. Als Aufenthaltsräume dienen zwei Stuben und eine grosse Terrasse. Auf jedem Stock hat es ein WC und ein Badezimmer bezw. Doucheraum … Personal: Das frühere Wohnhaus von Herr Dr. Joos diente bereits seit 1942 als Kinderheim. Es steht seit 1951 der Leitung von Schwester Verena von der diakonischen Schwestergemeinschaft Haus Bergfrieden. Sie arbeitete früher in der Fürsorge und als Schwester im Marthaheim für die Freundinnen junger Mädchen in Zürich. Ihr zur Seite stehen eine weitere Schwester und ständig 3 - 4 Mädchen, die bei ihr ihr halbjähriges Praktikum als zukünftige Kindergärtnerinnen absolvieren.

Ich wurde überall hin und her geschoben. Nicht nur in diesen Kinderheimen in Braunwald auch zu dieser Familie Sch. privat. Es ist die Familie die ein Fuhrunternehmen hatte und immer noch hat.

Akten von mir gab es keine mehr in den Kinderheimen sowohl auch nicht in Neumünster Diakonie Zollikerberg. Aus dem  Heimbericht vom Kinderheim Lutisbach, brachten mich etwa fünf verschiedenen Personen und auch diesen Heimtanten immer wieder dort hin.

Ich habe von Braunwald ein paar wenige gute und sehr schlechte Erinnerungen:

Da waren Praktikantinnen in diesem Kinderheim Lutisbach. Eine von denen Ursula Sch … nahm mich privat zu sich nach Hause. Im Heimbericht wurde nur der Name Braunwald benannt nicht diese Kinderheime Bergfrieden und Flueblüemli vielleicht auch das Haus Elmer, in denen ich auch war. Sogar die Heimtanten nahmen mich dorthin mit.
Erinnern kann ich mich nur an gewisses. Heute kann ich mich an den Namen Bergfrieden, den Namen dieser Praktikantin und den Namen meines Täters, der mich missbrauchte erinnern.

Ein paar Einzelheiten dieser Gewalt und Missbrauch, den ich in Braunwald an diesen vielen Orten Erleben musste:

An einem Ort, ein älterer Mann, er nahm beim Essen immer das Gebiss heraus, ich hatte Angst vor ihm, er war böse.

Dann einer der wiederkehrenden Alpträume die ich bis heute habe. Ein anderer älterer Mann der nachts in meinem Schlafzimmer erscheint. Sein Gesicht, seine Körper. Er war einer meiner Täter der mich sexuell missbrauchte. Dieser Pfarrer Spö … auch er machte mir Angst. An all diese dunklen Häuser, die nachts in meinen Träumen erscheinen.
Diese Angst vor der Dunkelheit.

Braunwald GL (Schweiz) Funi - Bahn

Funi - Bahn Braunwald GL (Schweiz)


Meine Erinnerung: Das ich dort schon als kleines Mädchen ganz alleine Skifahren ging.

Der Fahrer dieses Funi nannte mich: Pistenschreck

Ich bekam diese Postkarte mit diesen beiden Hunden von jemandem aus dem Hause Bergrieden mit der Unterschrift:   M. Bernath werd dies ist, weiss ich nicht.

Chregi und Chedor Haus Bergrieden Braunwald Foto Fred Barbier / Fabricatsion Swisse

An diese beiden Sennenhunde, erinnere ich mich auch.

Chregi und Chedor  die das Gepäck transportierten. Denn Braunwald war autofrei. Ich durfte diese Hunde immer streicheln.

Ich schlief in so vielen Fremden Betten, dass ich nicht mehr wusste, wo ich war. In all diesen Häusern, obwohl ich eigentlich in diesem Kinderheim im Lutisbach in Oberägeri versorgt wurde. 

Wie kann man so etwas einem kleinen Kind antun!

Erzählungen werden in der nächsten Zeit hinzukommen.