Kanton Uri


Pflege - Ferien Familie
wo ich sehr viel war
Ich hatte auch danach Kontakt mit ihnen, bis Sie starben

In nächster Zeit kommt eine kurze Zusammenfassung hier oben hinzu, um das ganze ein bisschen besser nachzuvollziehen.

 Pflegefamilie für Ferien
Ich mag mich, als ich das erste Mal etwa mit 5 Jahre in Erstfeld war, an das knallrote "Schuhkässtlein" erinnern.

Habe gerade festgestellt, dass ich kein einziges Kinderfoto von mir mit mit Ihnen zusammen habe. Erst als ich
selber einen Fotoapparat besass machte ich ein paar Fotos. Eigenartig, oder?

Ich fühlte mich auch dort immer fremd, obwohl es der einzige Ort war, wo ich so etwas wie Geborgenheit hatte.

Dies steht im Heimbericht vom Kinderheim Lutisbach

1968  20..11. Telefon von Frau … Ersteld. Sie möchte Manuela ein wenig in die Ferien nehmen. Sie hatten ein 10 j. Mädchen. 

25..11. … holte Manuela. Sie ging voller Freude mit ihr.

27.11. Frau ... telefonierte. Es gehe gut mit Manuela.

11.12. … brachten Manuela zurück. Sie möchte Sie gerne wieder einmal nehmen.

1969  27.4. … kamen unverhofft vorbei und nahmen Manuela mit. Tante Lilly hatte dienst und war nicht dort. Sie zeigte nachher ihre Unzufriedenheit z. Recht.

1969  3.6. Ich war in Erstfeld und holte Manuela bei … dabei merkte ich, dass sie ziemlich verwöhnt wird. Sie darf alles haben was sie möchte und steht ganz im Mittelpunkt.  

Bericht Zeitraum 1968 - 1970 Vormünderin Horw

Um den Heimkindern das Ferienerlebnis zu geben, werden die Kinder in ihren Ferien von der Heimleitung in Familien Platziert. So konnte Manuela schon mehrere Male zu einer Familie nach Erstfeld. Es werde dort wie Eigen gehalten und durfe mit dem gleichaltrigen Töchterchen Sport treiben.

Zu erwähnen: In den Sommerferien hatte das Kinderheim Lutisbach immer 3 Wochen Betriebsferien, es war also geschlossen. Was dieses Töchterchen angeht, sie war 5 Jahre älter als ich.

Wir unternahmen viel. Im Winter Skifahren, im Sommer Wanderungen und baden. Ich hatte es sehr gut dort. Sie
brachten mir vieles bei und Sie konnte wahnsinnig gut kochen. Ihr Mann zeigte mir das Handwerk mit Holz, wie man Wein abfüllt am Auto Reparaturen machte und vieles mehr. Hatte dazu sehr viel Spielzeug für mich alleine, obwohl die Nachbarskinder immer mit mir spielen wollten. Dies wollte ich nie. Da ich vom Kinderheim genug Schlechtes erlebte mit den anderen Kindern. Dieser Ferienpflegefamilie war für mich eine Erholung vom Kinderheim, das ist mir bewusst. Hatte meine Ruhe, wurde nicht eingesperrt, geschlagen oder litt unter mobbing usw.

Jedoch ist da immer ein bitterer Nachgeschmack. Fühlte mich bei ihnen immer Fremd. Manchmal ausgenutzt und oft spürte ich bei all den Menschen dort das Mitleid. Eine meiner vielen dieser Erinnerung wie sehr ich von ihren Worten gegenüber anderen Menschen in diesem Dorf innerlich verletz wurde. Wie schlecht Sie über meine Mutter sprach:

Wir standen an diesem Brunnen im Garten wo Sie Wasser in die Giess Kanne füllte. Die Sonne ging langsam unter. Es kam eine Nachbarin und Sie erzählte ihr, dass ich ein armes Kind sei. Meine Mutter eine Dirne die mit vielen Männern schläft … ich war 6 Jahre alt, verstand dieses Wort lange nicht. In den vielen darauf folgenden Jahren, machte Sie dies fast jedes Mal. Die Erwachsenen meinen wir Kinder bekommen dies nicht mit. Das ist eine falsche Meinung. Wehren dagegen wollte ich mich jedoch nie, dem Frieden zu liebe. 

Heute schäme mich oft für alle jene Menschen, die sich ein Urteil über meine Mutter machten, obwohl Sie sie fast nie persönlich Taffen. Mir ist bewusst das meine Mutter nicht eine heilige war, wer ist das schon.  Vor ein paar Jahren nachdem ich meinen Vater kennengelernt hatte. Erzählte ich Ihnen gewisses, jedoch immer mit Vorsicht. Das meiste glaubten Sie weiter nicht. Daher liess ich es sein, weil man wie ich so schön sage: Alte Bäume nicht um pflanzen kann. Jedoch erzählten Sie mir viel Negatives, was Sie mit den Tanten im Kinderheim Lutisbach erlebten.

Ich habe mich vor ein paar Jahren bei Ihnen Bedankt. Weil Sie mir in der Kindheit und viele Jahre danach halfen.
Mir ein Ort gaben, wo ich etwas zur Ruhe kam.

Im 2018 bekam ich dann einen Telefonanruf von ihrer Tochter. Da ich sehr vieles nun wusste was mit uns damals geschah, wollte ich endlich ihr gewisses erzählen. Als ich Sie jedoch so reden hörte, sie war so überzeugt, dass Sie recht hatte. Da war ich verzweifelt musste weinen. Weil ich Versuchte über jenes zu reden, was meiner Mutter (Aktenkundig) widerfahren ist. Sie beharrte auf dem hören sagen, was ihre Mutter ihr erzählte. Das wiederum machte mich wütend, immer noch als Lügnerin dargestellt zu werden ... Mir hörte Sie gar nicht zu. 

Ich schäme mich für alle Menschen, die so eine Ansicht haben und unsere aller schlimmen Vergangenheit bis heute verleugnen. Mitschuld im jetzt ist der Schweizer Staat, weil er bis heute immer noch zu viel verleugnet.

Erzählungen werden in der nächsten Zeit hinzukommen.