Kanton Uri


Pflege - Ferien Familie
wo ich sehr viel war. Ich hatte noch viele Jahre kontakt mit ihnen.

Zu dieser Ferien - Pflegefamilie kam ich etwa mit 5 Jahr, bis ich aus dem Kinderheim im Kanton Zug in die Berufslehre kam. 

In den ersten Jahren nahmen mich viele Personen mit dem Bus oder Zug mit. Oder Sie aus Erstfeld holten mich im Kinderheim ab. Obwohl dies dann ein fester Ferienplatz war, wurde ich an Wochenenden und Ferien bei noch vielen andere mir immer fremden Personen im Kanton Zug abgegeben. Des Guten nicht genug auch in diese Kinderheime und Private Familie in Braunwald.

Es ist erschreckend, wie die Vormünderin und Heimtanten mich herumgeschoben haben, nur damit ich nichts kostete. Dafür verantwortlich war die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde Horw.

Zur Ruhe kam ich erst ein wenig zwischen 1977 - 1980, da gab es ein Heimleiter Wechsel. Diese beiden Heimtanten gingen 1978 definitiv weg. Danach ging ich nur noch zu Ihnen auf Erstfeld in die Ferien. Als ich erwachsen wurde besuchte ich Sie ab und zu.

 Pflegefamilie für Ferien
Ich mag mich, als ich das erste Mal etwa mit 5 Jahre in Erstfeld war, an das knallrote "Schuhkässtlein" erinnern.

Als ich diese Seite hier erstellte, habe ich festgestellt, dass ich kein einziges Kinderfoto von mir mit Ihnen zusammen habe. Erst als ich
selber einen Fotoapparat besass machte ich ein paar Fotos. Eigenartig, oder?

Ich habe mich dort immer wie ein Fremder gefühlt. Obwohl es der einzige Ort war, an dem ich so etwas wie Sicherheit und Geborgenheit erlebt habe.

Dies steht im Heimbericht vom Kinderheim Lutisbach

1968   20..11. Telefon von Frau … Ersteld. Sie möchte Manuela ein wenig in die Ferien nehmen. Sie hatten ein 10 j. Mädchen. 

25..11. … holte Manuela. Sie ging voller Freude mit ihr.

27.11. Frau ... telefonierte. Es gehe gut mit Manuela.

11.12. … brachten Manuela zurück. Sie möchte Sie gerne wieder einmal nehmen.

1969  27.4. … kamen unverhofft vorbei und nahmen Manuela mit. Tante Lilly hatte dienst und war nicht dort. Sie zeigte nachher ihre Unzufriedenheit z. Recht.

1969  3.6. Ich war in Erstfeld und holte Manuela bei … dabei merkte ich, dass sie ziemlich verwöhnt wird. Sie darf alles haben was sie möchte und steht ganz im Mittelpunkt.  

Bericht Zeitraum 1968 - 1970 - Vormünderin Horw

Um den Heimkindern das Ferienerlebnis zu geben, werden die Kinder in ihren Ferien von der Heimleitung in Familien Platziert. So konnte Manuela schon mehrere Male zu einer Familie nach Erstfeld. Es werde dort wie Eigen gehalten und durfe mit dem gleichaltrigen Töchterchen Sport treiben.

Zu erwähnen: In den Sommerferien hatte das Kinderheim Lutisbach immer 3 Wochen Betriebsferien, es war also geschlossen.
Was dieses Töchterchen angeht, sie war 5 Jahre älter als ich. Meine Vormünderin hatte in in keinem Ihrer Berichte die Wahrheit geschrieben.

Wir unternahmen viel. Im Winter Skifahren, im Sommer Wanderungen und baden. Ich hatte es sehr gut dort. Sie
brachten mir vieles bei und Sie konnte wahnsinnig gut kochen. Ihr Mann zeigte mir das Handwerk mit Holz, wie man Auto Reparaturen machte und vieles mehr. Hatte dazu sehr viel Spielzeug für mich alleine. Obwohl die Nachbarskinder immer mit mir spielen wollten. Dies wollte ich nie. Da ich vom Kinderheim genug Schlechtes erlebte mit den anderen Kindern. Dieser Ferienpflegefamilie war für mich eine Erholung vom Kinderheim, das ist mir heute sehr bewusst.
Hatte meine Ruhe, wurde nicht eingesperrt, geschlagen oder litt unter mobbing.

Jedoch ist da immer ein bitterer Nachgeschmack. Fühlte mich, als ob ich nicht dazu gehörte. Manchmal sogar ausgenutzt und oft spürte ich bei all den Menschen dort das Mitleid. Eine meiner vielen Erinnerung wie sehr ich von ihren Worten gegenüber anderen Menschen in diesem Dorf innerlich verletz wurde. Wie schlecht Sie über meine Mutter sprach.

Wir standen an diesem Brunnen im Garten wo Sie Wasser in die Giess Kanne füllte. Die Sonne ging langsam unter. Es kam eine Nachbarin und Sie erzählte ihr, dass ich ein armes Kind sei. Meine Mutter, sei eine Dirne, die mit vielen Männern schläft, ich war gerade einmal 6 Jahre alt, verstand dieses Wort lange nicht. In den vielen darauf folgenden Jahren musste ich so einiges mitanhören wie Sie über meine Mutter sprach. So richtig kennen gelernt hat Sie meine Mutter nie. Sie erzählte jenes was diese Heimtanten und meine Vormünderin ihr so sagten. Die Erwachsenen meinen wir Kinder bekommen dies nicht mit. Das ist eine falsche Meinung. Wehren dagegen wollte ich mich jedoch nie, dem Frieden zu liebe.

Heute schäme mich oft für alle jene Menschen, die sich ein Urteil über meine Mutter machten. Richtig kennengelernt nie. Alles nur vom Hören sagen. Mir ist bewusst das meine Mutter nicht eine heilige war, wer ist das schon.

Vor ein paar Jahren nachdem ich meinen Vater kennengelernt hatte. Erzählte ich Ihnen gewisses, jedoch immer mit Vorsicht. Das meiste glaubten Sie weiter nicht. Daher liess ich es sein, weil man wie ich so schön sage: Alte Bäume nicht um pflanzen kann. Jedoch erzählten Sie mir auch viel Negatives, was Sie mit den Tanten im Kinderheim erlebten.

Ich habe mich vor ein paar Jahren bei Ihnen Bedankt. Weil Sie mir in der Kindheit und viele Jahre danach halfen, mir ein Ort gaben, wo ich etwas zur Ruhe kam.

Im 2018 bekam ich dann einen Telefonanruf von ihrer Tochter. Da ich sehr vieles nun wusste was mit uns damals geschah, wollte ich endlich ihr gewisses erzählen. Die Wahrheit, was damals mit uns geschah. Als ich Sie jedoch so reden hörte, sie war so überzeugt, dass Sie recht hatte. Da war ich verzweifelt musste weinen. Ich versuchte, über jenes zu reden, was uns aktenkundig widerfahren ist. Sie beharrte auf dem Hören sagen, was ihre Mutter ihr erzählte. Das wiederum machte mich wütend, immer noch als Lügnerin dargestellt zu werden. Mir hörte Sie gar nicht zu. So hatt man die Menschen in unserem Umfeld manipuliert, sodass Sie nach vielen Jahren immer noch meinen Sie hätten recht.

Ich schäme mich für alle Menschen, die so eine Ansicht haben und unsere aller schlimmen Vergangenheit bis heute verleugnen.

Mitschuld im jetzt sind die Behörden, Gemeinden, Kantone und unserer Regierung in Bern, weil Sie alle bis heute nicht zu diesem düsteren Kapitel Schweizer Geschichte steht.