Weiter mit meiner Autobiografie von 1996 …  

Wenn du erst einmal erwachsen bist, ist es schwierig, die Liebe, die du nie bekommen hast, weiterzugeben. Natürlich ist nicht die sexuelle Liebe damit gemeint. Aber auch das ist schwierig, vor allem als all diese sexuellen Missbräuche an mir, hervorkamen. Nein, ich spreche hier von der tiefen, reinen, natürlichen Liebe, die von Herzen kommt. Die einem die Eltern mit auf den Weg geben. Leider haben es in der heutigen Zeit die Menschen verlernt oder unsere Gesellschaft ist so geworden, dass keiner mehr richtig weiss wie das geht. Ich sowieso nicht, wie sollst du es wissen, was liebe ist, in einem Kinderheim lernst du es auf jeden Fall nicht. Du lernst nur zu Kämpfen, zu überleben. Als kleines Baby hast du es vielleicht bekommen, aber du kannst dich nicht daran erinnern. Wenn du so klein bist, lieben dich doch alle. Aber wenn du grösser wirst, nicht mehr. Wenn du in deiner ganzen Kindheit, die ersten 20 Jahre nur Hass, Demütigung, Ungerechtigkeit, Schläge, Mobbing, Gewalt und noch vieles mehr, was du gar nicht ausdrücken kannst, bekamst. Meist hast du die Schläge, die du bekamst auch gleich am nächsten Kind ausgelassen, aus Frust. Ja, du weisst und lernst nie, in so einem Umfeld, in dem ich war, was Liebe ist. Du weisst nur, dass zu viele Fragen, du noch mehr bestraft wirst. Also gibst du es schnell schon einmal auf, fragen zu stellen oder aufzufallen. Denn wer nicht fragt, nicht auffällt, wird auch nicht bestraft. Wie du Liebe gibst oder an wen, lernst du nie. Weil Sie alle mir nie Liebe gaben. 

Es ist bis heute schwierig, damit zu leben.

Fortsetzung folgt … 

Was ich hier jeden Sonntag in mein Blog stelle, nenne ich Autobiografie. Es stellt das Chaos meiner Kindheit dar, was sie alles mit uns anstellten und wie ich versuche, damit klarzukommen. Chaotisch geschrieben, wie meine Versorgung. Ich habe über Jahre immer wieder ergänzt. Dies sind meine Gedanken, Gefühle, die bei meinen Nachforschungen hochkamen und dieser Text kommt zusammen mit meinen Nachforschungen, in ein Buch. 

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Würde mich jemanden Fragen warum dies so ist, dann muss ich ihm antworten, weil die Erwachsenen immer schon das Beste für sich wollten. Oder habt ihr schon mal gehört, dass ein Kind von der ersten Stunde seines Lebens fähig ist sich von alleine zu behaupten. Ich finde nicht, aber mit etwa zehn, zwölf Jahren ist es schon fähig zu sagen, wo es ihm besser gefällt und was ihm Freude bereitet und was nicht. Dies hat sich in den letzten Jahren auch gewandelt, zum Glück. Es wird immer mehr zugunsten des Kindes entschieden, was ja auch endlich Zeit ist. Jedoch jedes Schicksal ist individuell und meines ist für mich manchmal wie in einem Traum. Gerne würde ich erwachen und merken, dass die Welt in Ordnung sei. Aber man wird älter und lernt damit zu leben, trotzdem lässt einem das Gefühl manchmal nicht los, dass man von einem anderen Stern kommt. Da gibt es doch noch ein Gott, fragt man sich. Warum gönnt er mir nicht auch eine Scheibe vom Glück! Wobei ich herausgefunden habe, dass Glück relativ ist! Man kann daran Arbeiten oder man ist sein ganzes Leben lang unglücklich. Auf jeden Fall hat jeder Mensch meiner Ansicht nach Anrecht auf etwas Glück. Auch möchtest du gerne die guten Seiten des Lebens kennenlernen. Du hast ja eine harte Erziehung genossen und weist das oft auch Kinder, die bei Ihren Eltern aufwachsen, ein sehr, ja manchmal sogar noch eine schlimmere Kindheit hatten, als du selber. Aber weisst du, das schlimmste ist, du kannst ein Leben lang nicht verstehen, was Liebe ist, weil du es in den ersten zwanzig Jahren deines Lebens nie gehabt hast, und es dann auch schwierig ist es zu lernen. Geben oder nehmen, du möchtest es gerne lernen, aber wie, wenn es dir nie jemand gezeigt hat.



Fortsetzung folgt …

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Irgendwie, wenn ich versuche zurückzudenken, löst es mir Angst aus. Schreckliche Erinnerungen, die ich erahne, aber nicht erzählen kann. War da etwas jünger als 2 Jahre alt. Ich wurde also nach den Untersuchungen meiner Mutter in dieser Psychiatrie wegen eines gesetzlichen Entscheides, einer Lüge von den Behörden veranlasst, von ihr getrennt. Richtig begriffen habe ich das lange nicht, bis ich angefangen habe in meiner Kindheit und dem Leben meiner beiden Eltern, die ja, wie sich erst viele Jahre später herausstellte, gar nie eine Chance bekommen haben zusammenzubleiben. Eigentlich nur eine kurze Zeit zusammen waren, herum zu forschen. Auch heute noch finde ich immer wieder neue Informationen, manchmal ganz ungewollt. Meine Grossmutter erzählte im Verlaufe vieler Jahre als sie noch lebte, immer wieder Bruchstücke davon. Sie erinnerte sich jedoch nicht mehr an alles. Aber all das glich dem, dass zu viele damals den Senf dazugaben, ohne sich den Konsequenzen bewusst zu werden. Sie richteten mit Ihren Ideen und Machtspielchen an mir viele Schäden an. Ich war 20 Jahre lang Ihr Spielball und musste dies durchmachen. Es war denen scheiss egal, wie es mir ging. Man ist als Kind viele Jahre abhängig von den Erwachsenen. Vielleicht habe ich auch daher fast keine Erinnerungen, als ich jünger als etwa zwölf Jahre alt war. Die meisten Erinnerungen, was darunter liegen, beruhen auf Erzählungen von meinen Verwandten oder den Kindern, die mit mir im Kinderheim waren. Und im Verlaufe der Aufarbeitung in all meinen Akten und meiner zu vielen Alpträume, die mich in regelmässigen Abständen Nachts heimsuchen. Dies, nämlich meine Geschichte, ist, wie ich schon erzählt habe, nicht so schlimm, meinte ich damals. Viele Leute um mich herum sagen: Es gibt viele Kinder mit solchen tragischen Schicksalsschlägen, wenn nicht noch schlimmer. Es wurde immer alles schöngeredet, was eine typische Eigenschaft der Schweizer ist. Für mich aber war und ist es immer noch sehr hart, und es wird auch noch lange Zeit brauchen, damit sich auseinander zu setzen. 

Fortsetzung folgt …

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Also lässt man es besser bleiben, ihr irgendetwas zu erklären. Diese Untersuchungen beruhen auf Paragraphen, bei denen man sich früher abgestützt hat, um so das Kind zu schützen. Diese Paragraphen haben Unterteilungen, wobei man nicht so genau darauf geachtet hatte, wie der ausgelegt wurde. Schon als kleines Kind wusste ich, so erzählte man mir natürlich erst viele Jahre später, wie ich mich wehren konnte. Ich verprügelte schon in diesem zarten Alter meine Spielkameraden und hatte schon einen kleinen Freund. Mit etwa dreizehn Monaten lernte ich in der Küche die ersten Schritte und lief schon munter drauflos, sagte meine ersten Worte, wie "Gingeli", da mich alle im Mütterheim so nannten, weil ich wie ein Italienerkind aussah. Dass dieses Wort „Tschingg“ eine abschätzige Bezeichnung für Italiener war, konnte ich in diesem Alter noch nicht wissen. Ich blieb mit meiner Mutter etwa 19 Monate dort. Dann kamen wir zusammen ins Forsthaus Iten-Iten im Kanton Zug. Dort wurden wir kurze Zeit später für immer getrennt. Wie ich heute weiss brachte man sie für etwa 3 Jahre auf Walzenhausen im Kanton Appenzell Ausserrhoden in ein Töchternheim. Sie erzählte, dass Sie dort arbeiten musste und man Sie auch in eine Psychiatrie brachte. Viele Heime damals nannte man Töchtern oder Knabenheim. Sie waren aber zu dieser Zeit Anstalten, Gefängnisse, Psychiatrien usw. Zu viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene sperrte man früher ohne Grund weg. Ich war dann also alleine. Bei meinen Nachforschungen, was das Forsthaus damals war, habe ich nicht viel gefunden. Es wurde privat betrieben und ich vermute das dort Kinder waren, die zur Adoption freigegeben wurden. Ich war nur ein paar Monate dort und zu klein, um mich daran zu erinnern. Meine Mutter erzählte mir jedoch oft und viel davon. 

Fortsetzung folgt …

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Auf die Vormundschaftsunterlagen bin ich erst nach vielen Jahren gestossen, weil ich endlich Klarheit in meinem Leben wollte. Im Leben eines jeden Menschen gibt es zwei Seiten, die der Mutter und die des Vaters. Die der Mutter habe ich in meiner Kindheit nur durch das schlecht reden über sie von anderer Leute erfahren und die meines Vaters, ihn haben alle verleugnet. Nur meine Mutter erzählte mir von ihm. Nun also war es an der Zeit, meine wahre Identität von beiden Elternteilen herauszufinden. Glaubt mir, es ist sehr schwer etwas was man nicht weiss zu suchen und zu finden. Aber seit ich in meiner nicht existierenden Vergangenheit herumgewühlt habe, bin ich noch nachdenklicher geworden. Es hat mein ganzes Leben auf irgendeine Weise total verändert. Dies war ein sehr grosser Einschnitt in meinem Leben und wühlte viele alte Wunden auf. Bei mir und auch noch bei ein paar anderen Personen. Die Bestätigung des Attestes von meiner Mutter, die in diese Psychiatrie damals nach meiner Geburt gehen musste, um für die Kindeswegnahme den Artikel 369 ZGB anzuwenden. Wie sich später herausstellte, gab es dies wirklich. Denn ich war bei ihrem Psychiater auf einen Besuch, um herauszufinden, ob das, was in diesem ZGB Artikel steht: Geistesgestört - Schizophren vererblich sei. Er bestätigt mir, dass es diese Akten wirklich gibt, ich mir jedoch keine Sorgen machen muss deswegen. Ich wollte dies wissen, weil ich damals verlobt war und Kinder wünschte. Er sagte mir: Sie war immer gesund gewesen und nie geistesgestört oder schizophren. Früher wurde dies viel angewendet, um das Kind zu schützen. Sie sei lediglich etwas labil. Hat sich in ihre eigene kleine Welt zurückgezogen, die ihr keine Probleme bereiten kann. Sobald man sie aber durch irgendeine Weise in dieser Welt stört, kommt ihr ganzer Ablauf ins Wanken. Dies hat sich in all den Jahren noch verstärkt, da man sie überall wo sie war, mit Medikamenten vollgepumpt hatte. Daher ist es also besser für uns, dass wir sie in dieser ihr so vertrauten Welt nicht stören.  

Mir kam sie immer so vor, als sein sie innerlich Tod, so viele seelische und körperliche Schmerzen hat man Ihr zugefügt  

Fortsetzung folgt …