Sie manipulierten mich in meiner ganzen Kindheit so sehr, dass ich deswegen das Wort Mutter oder Mami nie aussprechen konnte. 

Mutter ohne ihre Kinder fast ein Leben lang …
Tag ohne Mutter, fast ein Leben lang …

Muttertag war das schlechte Gewissen von all meinen Tätern / Täterinnen für meine Mutter etwas zu machen. Ihr alle verlangtet von mir, einem Kind etwas für eine von Euch gemachte Fremde Person zu basteln. Muttertag, das war der Tag, an dem meine Mutter immer alleine war, ohne ihre Kinder, weil man Sie ihr ohne Grund weggenommen hatte. 

Meine Mutter war für mich immer eine Fremde. Sie wurde von den Menschen um mich herum fremd gemacht. Mit der Kindswegnahme, dem einsperren in verschiedenen Anstalten, keinem Besuchsrechte und vieles mehr. Ich ein kleines Kind, musste zuhören und miterleben, wie Sie alle über meine Mutter schlecht sprachen, Sie behandelten sie, als wäre Sie ein nichts, der letzte Dreck, Abschaum, minderwertig ...

Ihr, der Schweizer Staat, die Kantone, die Gemeinden und sehr viele involvierte Personen habt uns nicht nur die Kindheit gestohlen, sondern das Schlimmste, was man machen konnte, uns, die die Mütter weggenommen, um Sie einzusperren und wie Verbrecher zu behandeln. Die wirklichen Verbrecher wart jedoch ihr. Denn die Bindung einer Mutter zu ihrem Kind wegzunehmen, ohne Grund war eines der grössten Verbrechen an uns, die Ihr machtet. 

Wie viele Tränen mussten unsere Mütter damals um ihre Kinder weinen?!

Wie verzweifelt ihr alle wart, als Sie uns Kinder Euch weggenommen haben?!

Wie viel schmerzen musstet Ihr erdulden?!

Wie viele Male durften Sie uns nicht sehen?!

Wie viele Jahre haben Sie Euch schlecht gemacht, um diese Kindswegnahme aufrecht zu erhalten?! 

Ich, das Kind von damals klage Euch alle am heutigen Tag der Mutter, dem Muttertag an. Es gibt keine Worte für all dieses Leid, was Ihr damals an Tausenden von Müttern anrichteten … 

In Gedanken an alle Mütter, die so etwas erleiden mussten.

Aus dem Internet zusammengefasst, es ist jedoch nur ein kleiner Teil davon. Es fehlen noch viele wichtige Eckdaten, es zeigt jedoch auf, wie sehr alles in die Länge gezogen wurde und hörte nicht 1981 auf, es ging noch einige Jahre weiter ...

1981 Nach der Ratifizierung der europäischen Menschenrechts-Konvention setzt die Schweiz der Administrativhaft, der Verletzung des Fortpflanzungsrechts, Zwangskastrationen und - abtreibungen und der zwangsweisen ausserfamiliären Platzierung ein Ende.

1999 Die Parlamentarische Initiative Entschädigung für Opfer von Zwangssterilisationen eingereicht.

2009 Die Parlamentarische Initiative Moralische Wiedergutmachung für administrativ versorgte Jugendliche wird eingereicht.

September 2010 Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf machte im den ersten Schritt zur Wiedergutmachung und entschuldigte sich für das Leid an staatlich versorgten und entmündigten Personen. Vor ihr sträubten sich Bundes- und Kantonsregierungen lange dagege.

2011 Die Parlamentarische Initiative Rehabilitierung administrativ versorgter Menschen und die Interpelation Verdingkinder Historische Aufarbeitung und Entschuldigung werden eingereicht. 

April 2013 Justizministerin Simonetta Sommaruga entschuldigt sich im Namen der Eidgenossenschaft bei den Opfern und schafft einen Runden Tisch. 

März 2014 Das Parlament heisst das Bundesgesetz über die Rehabilitierung administrativ versorgter Menschen gut, lanciert ein Forschungsprojekt und garantiert den Opfern Einsicht in ihre Dossiers.

Juli 2014  Der Runde Tisch schafft einen Soforthilfe-Fonds für die Opfer. Bis heute kamen rund 650 Anfragen herein, von denen 450 geprüft wurden und 400 Personen Zahlungen im Umfang von 3 Millionen Franken erhalten haben, das heisst, etwa 8000 Franken pro Opfer. 

Dezember 2014 Die Volksinitiative "Wiedergutmachung für Verdingkinder und Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen", welche die Schaffung eines Fonds von 500 Millionen Franken fordert und von 110'000 Personen unterzeichnet wurde, wird bei der Bundeskanzlei eingereicht. 

Januar 2015  Die Regierung anerkennt das Prinzip einer Wiedergutmachung und kündigt bis im Sommer einen indirekten Gegenvorschlag zur Wiedergutmachungs initiative.  

27. April 2016 Der Nationalrat stimmt einem Gegenvorschlag der Regierung zur "Wiedergutmachungs-Initiative" zu, wonach die Opfer Entschädigungen zwischen 20'000 und 25'000 Franken erhalten sollen.   

30. September 2016 verabschiedet das Parlament den indirekten Gegenvorschlag zur Wiedergutmachungsinitiative. 

30. September 2016 Massgebliche Rechtsgrundlagen Akteneinsicht gemäss dem Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 (AFZFG)  

10. Oktober 2016 informiert das Initiativkomitee die Bundeskanzlei, dass es die Wiedergutmachungsinitiative bedingt zurückgezogen hat  

26. Januar 2017 läuft die Referendumsfrist unbenutzt ab. Das Gesetz kann damit am 1. April 2017 in Kraft treten.  

15. Februar 2017 verabschiedet der Bundesrat die Verordnung zum Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981  

Januar 2018 den Maximalbetrag von je 25 000 Franken, auszahlung beginnt.

8. Februar 2018 hat in Bern die letzte Sitzung dieses Gremiums stattgefunden. Der Runde Tisch hat seine Aufgaben erfüllt. Bundesrätin Sommaruga dankt dem Runden Tisch für sein Engagement. Schaut selber hinein, ob irgendetwas, von diesen sehr guten Vorschlägen des runden Tisches damals/heute für uns Opfer umgesetzt wurde: PDF Datei vom Juli 2014 http://www.fuersorgerischezwangsmassnahmen.ch/pdf/RT_Bericht_Vorschlaege_de.pdf   

8. März 2018 hat das Bundesamt für Justiz bereits über 1000 Gesuche gutgeheissen  

Sommers 2019 veröffentlicht die Unabhängige Expertenkommission (UEK) Administrative Versorgungen die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Aufarbeitung   

27. November 2019 nimmt der Bundesrat vom Expertenbericht zu den administrativen Versorgungen Kenntnis  

12. Februar 2020 stimmt der Bundesrat einem Gesetzesentwurf der RK-N zu, welcher die Streichung der Frist zur Einreichung von Gesuchen um einen Solidaritätsbeitrag vorsieht

Für anderes hatten/haben Sie sofort sehr viel Geld, Hilfe und Lösungen ...

WAS HAT MAN IN ALL DEN JAHREN FÜR UNS DIE OPFER WIRKLICH GEMACHT AUSSER DIESER FÜR EINE SCHWEIZ UNWÜRDIGEN BETRAG   -   NICHTS WIRKLICH NICHTS  -  WIR AUCH DIE GENERATION DANACH WURDEN ALLE MIT UNSEREN FOLGESCHÄDEN ALLEINE GELASSEN. 

ICH FINDE DIES BESCHÄMEND IN ANBETRACHT DASS EIN JEDER VON UNS TAG TÄGLICH BIS ZUM TODE DAMIT LEBEN MUSS  -  DAS EINZIGE WAS SIE IMMER NOCH GUT KÖNNEN IST WEITER IGNORIEREN UND AKTEN ZURÜCKHALTEN

Definition Verdrängen von Erinnerungen aus dem Internet:

Oft sind die verlorenen Erinnerungen Informationen über ein traumatisches oder belastendes Ereignis, wie etwa Missbrauch in der Kindheit. Manchmal beeinflussen diese Informationen das Verhalten, obwohl der Betroffene sie vergessen hat. Dissoziative Amnesie ist eine Gedächtnisstörung (Gedächtnisverlust), die durch Traumata oder Stress ausgelöst wurde und zur Unfähigkeit führt, sich an wichtige persönliche Informationen erinnern zu können. Die Betroffenen haben Gedächtnislücken, die wenige Minuten bis zu Jahrzehnte umfassen können.

Meine Erinnerungen und Verdrängung aus meiner Kindheit über sehr viele Jahre, schon als Kind verdrängt und doch waren Sie immer da, meine Kindheit. Sie begleitete mich wie ein lästiger Schatten. Klebt wie eine Klette an mir und in mir. Durch den Tag vor allem durch die Nacht. Es war/ist Schutzmechanismus, um zu überleben. Dann wurde ich Erwachsen, verdrängte noch mehr und plötzlich wie aus dem nichts war alles wieder da. Es erschlug mich, ich viel in ein Loch, ein sehr tiefes Loch, meine Schmerzen waren nicht auszuhalten. Seelisch, körperlich wie auch psychisch. Es war grässlich, von Neuem wieder mit diesem Schatten aus meiner Kindheit Leben zu lernen. Verdrängen kann man die meisten Erinnerungen nicht und es kommen immer neue hinzu. Mit der Zeit wurde der Tag etwas besser, die Nächte jedoch sind immer noch fast nicht zum auszuhalten. Weil meine Kindheit dieser fürsorgerischen Zwangsmassnahmen, dem ich nicht entfliehen kann, dann kommt. Denn was Sie mit mir, als ich ein Kind war, über zu viele Jahre machten, geht nicht weg, weil es tief in der Seele sitzt. Dieser hässliche Schatten.

 Oft frage ich mich, wie konnte ich das alles überleben?!

Was ich mich noch mehr Frage, warum gab es so viele Mensch, die so etwas mit uns Kindern machten?! Warum schauten sehr viele zu, im Wissen was sie an uns Anrichteten?! Warum bekommen wir bis heute keine
Hilfe für all den angerichteten Schaden an uns allen?! Warum lernen Sie nicht aus all dem, was Sie mit uns machten, obwohl alle immer so erpicht sind eine Aufarbeitung zu machen?!

Für was ist eigentlich eine Aufarbeitung gut, wenn Sie nicht dareus lernen?!

Heuchlerisch – Schuldgefühle – Gewissen beruhigen usw. dann einfach weiter machen, als ob es nie existierte ... Wir Opfer werden alleine gelassen und die Täter machen immer weiter ... so etwas nnen Sie Aufarbeitung !!!


Wir sind Opfer dieser fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und ich bin die Generation danach. Frau Andrea Abraham war im 2021 bei mir zu Hause, um meine Geschichte anzuhören. Ich bekam gestern dieses Mail von Ihr:

Langsam neigt sich unser NFP76 Forschungsprojekt Von Generation zu Generation: Familiennarrative im Kontext von Fürsorge und Zwang dem Ende zu. Wir haben in den letzten drei Jahren Interviews mit Menschen führen dürfen, deren Eltern bis 1981 von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffen waren. Uns hat interessiert, wie sich diese biografischen Einschnitte auf das Leben der Nachkommen auswirken. Im Rahmen unserer Analyse haben wir viele verschiedene Mosaiksteine erarbeitet, die wir Ende Juni im Rahmen einer Abendveranstaltung präsentieren werden. Sie haben uns in vielfältiger Weise in unserem Projekt unterstützt: als Interviewpartner*in, als Austauschpartner*in, als Workshopteilnehmende, als Kolleginnen und Kollegen und als am Thema Interessierte. Gerne laden wir Sie deshalb ein, an unserer Veranstaltung teilzunehmen. Sie findet am 30. Juni 2022 von 17.30-19.30 Uhr online statt. Der folgende Link führt Sie zu mehr Informationen und zur Anmeldung (DE / FR / EN) https://www.bfh.ch/soziale-arbeit/de/aktuell/fachveranstaltungen/von-generation-zu-generation/ Ihre Teilnahme würde uns sehr freuen! Leiten Sie dieses Mail gerne auch an weitere interessierte Personen oder Organisationen weite.

Daher stelle ich es hier in mein Blog  Das Bild auf dieser Anmeldung stammt von mir und heisst: Mein Trauma 2.2.2020

In all den darauf folgenden Jahren hatte ich immer das Gefühl, das ich nur ein Zeitvertreib für sie alle war, um etwas Gutes zu tun. Was Sie jedoch nicht taten. Denn Sie schoben mich mal hier mal dort hin, ohne sich bewusst zu sein, dass ich ein Kind war. Ich war für alle nur ein Produkt, ein Gegenstand, kein Mensch. Ohne Rechte, ohne eine würdige Kindheit, beherrsch von Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung, die täglichen Angst und vielem mehr. So gingen Sie mit mir um.

Als ich Erwachsen war, ging es weiter, ich war immer noch ruhelos, äusserlich und innerlich. Musste mit den Fäusten voran durch irgendwelche Probleme, nie war jemand für mich da, man hat mir, als ich auf die Welt kam, alles weggenommen und die Weichen leider nicht zu meinen Gunsten gestellt. Ich kämpfte mich durch das Leben. Wollte Freunde, wollte eine Familie. Ich brachte es nicht hin, zu sehr wurde ich in meiner Kindheit entwurzelt. Liebe und Geborgenheit nie bekommen und dadurch wusste ich später nicht, was und wie dies geht. Einsam bin ich nicht, aber immer noch alleine. Obwohl ich ohne grosse Ängste immer nach vorne schaute in meinem erwachsenen Leben, ohne zurückzublicken. Meine Vergangenheit sehr lange ignorierte, weil wenn ich darüber sprach, mir die Menschen nicht glaubten, danach nichts mehr mit mir zu tun haben wollten. So, als wäre ich eine Aussätzige.

Dann kam alles mit voller Wucht 2013 zurück, diese Aufarbeitung erschlägt einem, was Sie alle mit uns gemacht haben. Wenn ich so zurück denke, was in den letzten Jahren passierte. Von meiner Seite her sehr viel. Von der Seite, wo Sie alle in den Medien unsere Kinderhölle schönredeten, gar NICHTS. Es ist wie immer, Behördenwillkür, Doppelmoral und ganz sicher nicht eine Wiedergutmachung oder Rehabilitation.

Ich bin immer noch ruhelos und noch wütender als zuvor, weil Sie für uns nichts, aber auch gar nichts machten.